Wir trauern sehr um unsere Ehrenmitglieder, die ehemaligen Vorsitzenden des VBKW,  Hans Köhler  und  Heinz E. Hirscher.

 

H e i n z  E.  H i r s c h e r

 

6. Juli 1927 - 23. Juli 2011

 

Heinz E. Hirscher war Vorsitzender des VBKW von 1970 bis 1974.

 

In großer Dankbarkeit und Wertschätzung nehmen wir Abschied.

 

Heinz E. Hirschers Schulausbildung war durch Kriegseinsatz unterbrochen. Nach dem Abitur machte er von 1946 bis 1949 eine Töpferlehre in verschiedenen Werkstätten. Von 1954 bis 1958 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Zur selben Zeit fand er auch eine Anstellung bei den Stuttgarter Jugendhäusern als Töpfer und Werklehrer. 1961 war Hirscher als einer der wenigen Deutschen bei der Ausstellung "The Art of Assemblage" im New Yorker Museum of Modern Art vertreten. 1968 war er Stipendiat des Landes Baden-Württemberg, Cité Internationale des Arts, Paris. 1970 begann er die Arbeit an seinem Granatapfelarchiv. 1975 bis 1984 war er Präsident des Stuttgarter Künstlerbundes. 1984 gründete er die Akademie Materio im Künstlerhaus Stuttgart, dort engagierte er sich bereits seit 1967. Neben zahlreichen anderen Mitgliedschaften war er seit 1990 Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller.

Stets hat sich Hirscher - neben seiner mit größter Intensität betriebenen künstlerischen Arbeit - für die berufsständischen Interessen Bildender Künstler engagiert.

Heinz Hirschers künstlerisches Wirken in wenigen Sätzen darzustellen ist schlicht unmöglich - kennzeichnend für seine Ausdrucksweise war der Einsatz unterschiedlichster Materialien, die er oft mit spielerischer Anmutung  in andere gestalterische Zusammenhänge transformierte.

Den Zauber und den Mythos, der selbst in Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs steckt, machte er sichtbar.

Manchmal bezeichnete er sich als Materialpoet.

 

"In jedem Dreckle steckt die Welt" - so war ein Artikel über Hirscher im Feuilleton der Stgt. Nachrichten vom 5. Dezember 1990 überschrieben.

 

"Die Kunst offenbart sich also in ihrem Spiel, wenn man so sagen darf,
in alter Würde, nämlich als Stifterin einer wiederkehrenden Möglichkeit
und nicht als ein in Abschnitten zerlegbarer Fortschritt ohne Ende." (Hirscher 1967)

 

 

 

H a n s   K ö h l e r  

13. Mai 1922 - 11. Juni 2011

Hans Köhler war Vorsitzender des VBKW von 1980 bis 1984.

Der Vorstand erinnert sich an ihn mit großer Dankbarkeit und Wertschätzung.

Nach einer Lehre als Farblithograph bis 1940 und Kriegsdienst bis 1945 studierte Hans Köhler von 1947 bis 1950 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Danach arbeitete er bis 1983 als Art Director und künstlerischer Design-Berater für die Industrie sowie als Gestalter von Buchumschlägen und Illustrationen. 1963 begann er auch mit Vorlesungen und Vortragsreihen an Hochschulen zum Thema "Bewertung und Gestaltung". 1976 nahm er die Aquarellmalerei wieder auf und war viele Jahre auch als Dozent tätig.

Ein Statement von Hans Köhler zu seiner Arbeit:  "Ein Aquarell entsteht in Minuten, höchstens Stunden - und wenn es länger gedauert hätte, wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach schlechter geworden. Es dauert nicht länger als ein Vortrag oder ein gutes Gespräch, und wie diese kann es unvergessliche und unvergängliche Wahrheiten hervorbringen."